Natürlich intuitives Lernumfeld - Volksschule Erlaaer Schleife, Wien

Ein preisgekrönter Entwurf einer Schulerweiterung zeigt, wie an der Schnittstelle verschiedener Stadträume ein eleganter, effizienter und inspirierender Ort des Lernens entstehen kann.

Ein adaptives Lernband

Die neue Volksschule Erlaaer Schleife 2 befindet sich zwischen bestehenden Bildungsbauten in einem für Wiener Verhältnisse grünen Umfeld. Der Baukörper ist so ausgerichtet, dass er zwischen den benachbarten Bebauungen und den Hauptachsen des Stadterweiterungsgebietes „In der Wiesen Ost“ vermittelt. Die Schule ist als mehrfach geknicktes, adaptives Band konzipiert. So entsteht ein deutlich gegliederter Innenraum, das bestehende Schulgebäude wird effizient angebunden und eine großzügige Öffnung zum südlich gelegenen Park wird ermöglicht.

Reflexion des Umfeldes

Der Entwurf der Volksschule Erlaaer Schleife 2 greift sowohl in seiner Materialität als auch in seiner Formensprache die Gegebenheiten der Umgebung auf – und setzt sie architektonisch anspruchsvoll in Szene. Das gilt für den Einsatz von Holz an der Fassade, das die Unregelmäßigkeiten des Gebäudes mit seiner organischen Anmutung zusätzlich betont. Aber auch im Inneren legt Architekt Peter Mitterer von Kronaus Mitterer Architekten Wert darauf, den Einfluss des Quartiers aufzugreifen. So bietet der deutlich nach Jahrgangsstufen bzw. Funktionsbereichen geclusterte Grundriss ein Höchstmaß an Transparenz für die Lernenden.

Auf einen Blick

Objekt:Erweiterung der Volksschule Erlaaer Schleife, Wien
Architektur: Peter Mitterer, Kronaus Mitterer Architekten, Wien
Ausführung Türenbau:Köhnlein Türen GmbH
Fertigstellung:2020

 

Spielerische Orientierung

Um das Lernumfeld möglichst freundlich zu gestalten – und als Farbtupfer aus der Natur – setzt das innenarchitektonische Konzept auf Türen und Wandverkleidung mit individueller Oberflächengestaltung. Zum Einsatz kommt Duropal HPL mit insgesamt 45 verschiedenen Dekoren. Dabei wird die Clusterung des Gebäudes durch den prägnanten Hintergrundfarbton aufgegriffen, die darauf befindlichen blumigen Illustrationen variieren von Tür zu Tür leicht. Das Konzept bezieht dabei explizit neben reinen Objekttüren auch Türen mit besonderen Anforderungen an Schallschutz und Brandschutz mit ein. So bietet der Ansatz eine durchgängige Orientierung für die Kinder, um sich spielerisch im Gebäude zurecht zu finden – und dabei dennoch abwechslungsreiche optische Impulse zu erhalten. Der pflegeleichte und äußerst robuste Hochdruckschichtstoff sorgt überdies dafür, dass der architektonische Anspruch den Wechsel von Schülergenerationen überdauert, ohne seine Brillanz zu verlieren.