Nachhaltige

Kaskadennutzung

Eine Untersuchung des Lehrstuhls für Holzwissenschaft an der Technischen Universität München hat das hohe Einsparpotenzial in der Kaskadennutzung belegt: Eine Tonne Altholz wurde erst zu Schnittholz und dann zwei Mal zu Spanplatten verarbeitet. Die gleichen Produkte fertigte man zum Vergleich auch aus Frischholz. Bei der Kaskadennutzung war die Effizienz des Ressourceneinsatzes signifikant höher – unter anderem durch die reduzierte Verwendung von Frischholz und den geringeren Flächenbedarf. Dennoch wird das Potenzial zur stofflichen Nutzung von Altholz heute meist noch nicht ausgeschöpft – denn hierfür gilt es, entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Produktion über die Nutzung bis hin zu Recycling und Wiederverwendung neue Prozesse aufzusetzen.1

Nachhaltige Kaskadennutzung

  • erhöht die Wertschöpfung (Faktor 4 – 9)
  • sichert Arbeitsplätze (Faktor 5 – 10)
  • ermöglicht Innovationen
  • hilft dem Klima
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Unser durchschnittlicher Holzmix:

  • Pre-Consumer-Material: 25 - 30 %
  • Post-Consumer-Material: 30 - 40 %
  • Koppelprodukte: 30 - 35 %

➜ Recyclingquote 2/3

Gelebte Kreislaufwirtscahft

In der Praxis

Bei Pfleiderer hat man schon vor Jahren erkannt, dass Kaskadennutzung und Kreislaufwirtschaft die einzigen Wirtschaftsmodelle sind, mit denen sich auch in Zukunft eine nachhaltige Fertigung hochwertiger Holzprodukte gewährleisten lässt. Deshalb haben wir an unseren Standorten auch heute schon intelligente Holz-Kreisläufe realisiert. So werden Sägereste vom Sägewerk und recycelte Hölzer an unseren Standorten angenommen und für die weitere Verarbeitung vorbereitet. Im Produktionsprozess entstehen so über Sortierung, Beleimung, Verdichtung und Verpressung neue Holzwerkstoffplatten in höchster Qualität. Sie eignen sich bestens für vielfältige Anwendungen im Innenausbau und in der Möbelproduktion.

Den erforderlichen Strom und die benötigte Wärme zum Trocknen und Pressen des Holzes erzeugen an unseren Standorten Baruth, Gütersloh und Neumarkt integrierte Biomasse-Kraftwerke. Die dort erzeugte Energie und Wärme fließt in unsere Produktionsprozesse ein. Überschüssiger Strom wird direkt in das öffentliche Elektrizitätsnetz eingespeist.

Der letzte Schritt in der nachhaltigen Nutzung von Altholz ist die energetische Verwertung. Allein am Standort Baruth wandelt Pfleiderer als zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb pro Jahr bis zu 250.000 Tonnen Abbruch- oder Sperrholz in thermische oder elektrische Energie um. Hierfür nutzen wir Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen und verzichten fast vollständig auf fossile Energieträger. So produzieren wir Wärme und Strom klimaneutral. Zusätzlich betreibt das Unternehmen in Baruth eine eigene Abwasseraufbereitungsanlage, in der das anfallende Prozesswasser gereinigt wird

Vorteile

Der Kaskadennutzung

Die Kaskadennutzung hilft durch die mehrfache Verarbeitung von Holz primär dabei, die nachhaltige Forstwirtschaft zu entlasten und Ressourcen zu schonen – die Wertschöpfung erhöht sich damit um den Faktor 4 bis 9. Da Holz zudem ein sehr effizienter CO2-Speicher ist, bleibt pro Kubikmeter Holz etwa eine Tonne CO2 auch über die verlängerte Nutzungsdauer des Wertstoffes gebunden.

Aber auch aus unternehmerischer Sicht eröffnet die Kaskadennutzung neue Perspektiven: Kaskadennutzung sichert nicht nur Arbeitsplätze, sondern inspiriert auch technologische Innovationen und Neuerungen in den Produktionsabläufen.

Durch die Zusammenarbeit mit innovativen Partnerunternehmen wie z. B. HDF Recycling mit acht Standorten in den Niederlanden und weiteren in Deutschland werden Möbelhersteller, Baumärkte, Recyclinghöfe, Schreinereien, Konfektionäre und weitere Verwerter aktiv in den Wertstoffkreislauf eingebunden. In Kooperation mit Green Waste, einem renommierten Anbieter für modernes Recycling-Management, verantwortet HDF die Rücknahme und Aufbereitung von Alt- und Abfallholz zur weiteren Verarbeitung in den Pfleiderer-Produktionsstätten.

Zur Wahrung höchster Qualitätsanforderungen arbeitet die niederländische HDF Recycling gemäß der deutschen Altholzverordnung und verfügt über alle einschlägigen Zertifizierungen.

Besondere Herausforderungen ergeben sich hier beispielsweise bei der Sortierung und Aufbereitung des Altholzes gemäß der Altholzverordnung für den neuerlichen Einsatz. Hier gilt es, mineralische und metallische Bestandteile zu beseitigen und zu verwerten. Chemische und organische Verunreinigungen müssen
ebenfalls ausgeschlossen werden, um bei der Zweitverwertung optimale und hochwertige Ergebnisse zu erzielen.

Dank innovativer Technologien und eines ausgeklügelten Recycling-Managements gewährleisten die Werkstoffe aus wiederverwendetem Holz in Sachen Qualität und Gesundheit mühelos die bewährten Pfleiderer-Standards.

Um zuverlässig höchste Ansprüche zu erfüllen, werden zunächst Fremdstoffe wie Metalle, Nichtmetalle, Kunststoffe, Sand und Steine vom Holz getrennt. Durch sorgfältige Sortierungen und Kontrollen stellen wir sicher, dass ausschließlich unbelastetes Altholz der stofflichen Wiederverwertung zugeführt wird. Auf diese Weise garantiert Pfleiderer umweltfreundliche, gesunde und hochwertige Holzwerkstoffe – erstklassige Produkte auch im zweiten Lebenszyklus des grünen Rohstoffes!

Qualitätsprodukte aus "Abfall"

Von Beginn an und seit dem Jahr 2000 als zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb, setzt Pfleiderer auf die nachhaltige Verwertung von Holzabfällen. Wenn Bäume beispielsweise im Sägewerk zu Balken verarbeitet werden, fallen neben Durchforstungs- und Restholz auch Holzhackschnitzel und Sägespäne an. Diese werden bei Pfleiderer nicht verbrannt oder entsorgt, sondern fließen in die Produktion von Holzwerkstoffen mit ein – etwa zur Herstellung von Holzfaserplatten. Gegenüber Spanplatten zeichnen sich Holzfaserplatten durch ihre feinere, gleichmäßigere Struktur aus, durch die sie besonders stabil werden und sich präzise verarbeiten lassen. Anders als bei Naturholzplatten ist es mit Holzfasern möglich, immer die gleichen Produkteigenschaften zu realisieren.

KEINE EINSCHRÄNKUNGEN

BEI DER PRODUKTQUALITÄT

Früher gab es vielfach Bedenken, ob Produkte bei Mehrfachnutzung des Werkstoffes tatsächlich noch höchsten Qualitätsansprüchen gerecht werden können. Pfleiderer gewährleistet heute, dass nur geprüftes Holz der Güteklasse A1 und A2 als Post-Consumer- Recycling-Material erneut zu Holzwerkstoffen verarbeitet wird. Unser Holz-Mix besteht dabei zu 100 Prozent aus Recycling-Material. Die durchschnittlichen Anteile liegen bei:

  • 25 - 30 % Pre-Consumer-Material
  • 40 % Post-Consumer-Material
  • 30 - 35 % Kopplungsprodukte (Durchforstungs-, Industrie- und Restholz)

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1Michael Risse, Gabriele Weber - Blaschke and Klaus Richter: Resource efficiency of multifunctional wood cascade chains using LCA and exergy analysis, exemplified by a case study for Germany, Resources, Conservation & Recycling 126, 141-152, 2017.