Pfleiderer verspürt bessere Marktlage mit steigender Auslastung – Möglichkeit zu moderaten Preiserhöhungen eröffnet – Einigung zu wesentlichen Eckpunkten in Bankengesprächen erzielt

Neumarkt, 24. November 2009 – Die im MDAX notierte Pfleiderer AG (ISIN DE 0006764749) kann für das dritte Quartal 2009 eine Geschäftsbelebung insbesondere in den Regionen Ost- und Westeuropa feststellen. Im Vergleich zum Vorquartal erhöhte sich der Umsatz im Zeitraum von Juli bis September um 3,8 Prozent auf 347,3 Mio. Euro. Diese Erhöhung ist kräftiger als saisonal üblich und deutet auf eine allgemeine Nachfragebelebung hin. Die Pfleiderer AG geht zwar davon aus, dass sich die Erholungstendenzen auch in 2010 fortsetzen. Inwieweit diese positive Entwicklung nachhaltig und kräftig ist, wird sich aber erst mit Ende des ersten Quartals des nächsten Jahres feststellen lassen und bleibt abzuwarten.

Im Berichtszeitraum für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2009 sank der Konzernumsatz der Pfleiderer AG im Vorjahresvergleich um 23,2% auf 1.039,7 Mio. Euro. Wechselkurseffekte haben den Umsatz mit 43,9 Mio. Euro bzw. drei Prozentpunkten belastet. Osteuropa verzeichnete dabei mit -37,3% den stärksten Umsatzrückgang, wohingegen Nordamerika ein Wachstum von 1,2% verbuchen konnte. Der Auslandsanteil am Umsatz lag mit 72,1% auf dem Niveau der Vorjahresperiode. Dank niedrigerer Rohstoffpreise – insbesondere bei Leim, dessen Vorprodukten sowie Additiven – und durch Effizienzsteigerungsmaßnahmen sowie konsequente Kostensenkungen konnte die Bruttomarge mit 25,2% nahezu auf dem Niveau der Vorjahresperiode von 25,6% gehalten werden. Die rückläufige Auftragslage führte zu einer schlechteren Auslastung der Werke, die sich allerdings seit September in West- und Osteuropa wieder deutlich besser darstellt. Gegenwärtig ist lediglich der Standort Gschwend noch von Kurzarbeit betroffen.

Wegen des rückläufigen Absatzes in den ersten neun Monaten 2009 nahmen die Vertriebskosten gegenüber dem Vorjahr um 14,2% auf 149,4 Mio. Euro ab. Die Verwaltungskosten blieben mit 90,0 Mio. Euro nahezu unverändert auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums von 90,6 Mio. Euro. Das EBITDA sank auf 105,5 Mio. Euro nach 179,7 Mio. Euro in der Vorjahresperiode. Damit lag die EBITDA-Marge in den ersten neun Monaten 2009 bei 10,2%. Wechselkurseffekte haben das EBITDA im Berichtszeitraum mit 6,2 Mio. Euro belastet. Das EBIT nahm von 87,4 Mio. Euro im Vorjahr um 77,8 Prozent auf 19,4 Mio. Euro ab. Die Abschreibungen summierten sich auf 86,2 Mio. Euro, worin Wertminderungen in Höhe von 5,7 Mio. Euro enthalten sind.

Das Finanzergebnis von -37,1 Mio. Euro lag nur leicht über dem Vorjahreswert von -36,2 Mio. Euro und setzt sich aus einem als Folge des allgemein niedrigeren Marktzinsniveaus um 2,4 Mio. Euro geringeren Nettozinsaufwand sowie einem sonstigen Finanzergebnis von -2,1 Mio. Euro zusammen. Letzteres resultiert im Wesentlichen aus nicht operativen Belas-tungen von -9,8 Mio. Euro aufgrund der stichtagsbezogenen Marktpreisbewertung von Finanzpositionen in Fremdwährungen sowie aus Erträgen aus Devisentermingeschäften von 6,4 Mio. Euro und Zinssicherungsgeschäften in Höhe von 1,2 Mio. Euro. Im Vorjahr hatte das sonstige Finanzergebnis 1,3 Mio. Euro betragen. Als Ergebnis aus fortzuführenden Aktivitäten vor Ertragsteuern ergibt sich somit ein Verlust von 17,8 Mio. Euro nach einem Gewinn von 51,0 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das Periodenergebnis stellte sich auf -13,9 Mio. Euro nach 32,6 Mio. Euro in den ersten neun Monaten 2008. Nach Ergebnisanteilen anderer Gesellschafter und der Hybridkapitalgeber entfällt auf die Aktionäre der Pfleiderer AG ein Ergebnis von -24,6 Mio. Euro, verglichen mit 16,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das verwässerte und unverwässerte Ergebnis je Aktie beläuft sich damit für den Berichtszeitraum auf -49 Eurocent, nachdem für den Vorjahreszeitraum 32 Eurocent ausgewiesen wurden.

„Auch unsere Neun-Monatszahlen sind noch deutlich von der Finanz- und Wirtschaftskrise geprägt. Wir sehen für unser Geschäft zwar seit Mitte des dritten Quartals eine Belebung, die über die zu erwartende saisonale Entwicklung hinaus geht. Aber wir können zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht mit Sicherheit sagen, wie nachhaltig diese positive Nachfrageentwicklung ist. Da in den vergangenen Monaten in Zentraleuropa Kapazitäten in der Größenordnung von 1,2 Mio. Kubikmetern geschlossen wurden, ist die Auslastung wieder auf einem besseren Niveau. Das eröffnet neue Spielräume für punktuelle Preisanpassungen nach oben, mit denen wir die erwartete Verteuerung der Rohstoffe kompensieren wollen“, äußert sich Hans H. Overdiek, Vorstandsvorsitzender der Pfleiderer AG, zur Vorlage des Neun-Monatsberichts.

Das Unternehmen geht davon aus, dass der Markt in Westeuropa nicht so schnell auf das Niveau der Jahre 2007/08 zurückkehren wird, auch wenn in dieser Region derzeit eine leichte Belebung des Geschäfts zu verzeichnen ist. Zur weiteren Unterstützung der schon erfolgreich umgesetzten Maßnahmen verschlankt die Pfleiderer AG daher ihre Organisationsstruktur weiter. Kosteneinsparungen werden darüber hinaus durch die Zusammen-fassung von Tätigkeiten speziell in der Steuerung des westeuropäischen Geschäfts erwartet. Hiermit verbunden sein wird auch eine weitere Straffung der administrativen Funktionen. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nahm im Berichtszeitraum gegenüber dem Vorjahr um 4,9% auf 5.636 ab.

Westeuropa wieder mit deutlich besserer Auslastung

Die Region Westeuropa verzeichnete in den ersten neun Monaten 2009 gegenüber der Vorjahresperiode einen Umsatzrückgang um 25,4% auf 558,8 Mio. Euro. Alle Absatzbranchen und Regionen waren davon betrof-fen, die Exportmärkte allerdings stärker als die inländischen. Das EBIT sank im Berichtszeitraum von 88,3 Mio. Euro um 84,0 Prozent auf 14,1 Mio. Euro. Der Preisverfall bei Standardprodukten hielt über weite Teile der Be-richtsperiode an. Positiv entwickelte sich Westeuropa zum Ende des dritten Quartals, in dem ein deutlicher Anstieg bei Aufträgen und damit auch beim Umsatz festzustellen war. Die Auslastung der Werke lag entsprechend auf einem zufriedenstellenden Niveau, lediglich ein Werk in Deutschland wurde in Kurzarbeit betrieben.

Osteuropa verbucht deutliches Wachstum im dritten Quartal

In Osteuropa verzeichnet die Pfleiderer AG gegenüber den ersten neun Monaten des Vorjahrs einen Umsatzrückgang um 37,3% auf 199,8 Mio. Euro. Bei diesem Rückgang entfielen allein 49,4 Mio. Euro bzw. 15,5 Prozentpunkte auf Wechselkurseffekte. Das EBIT nahm im Berichtszeitraum um 86,3 Prozent auf 2,5 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr ab. Die Ursache hierfür lag in der Möbelindustrie, der wichtigsten Abnehmerbranche in Osteuropa, die als Folge der Finanzmarktkrise mit deutlichen Umsatzrückgängen zu kämpfen hatte. Zusätzlich belastete der Preisverfall die Umsatz- und Ergebnisentwicklung. In Polen konnte durch deutliche Kostensenkungsmaßnahmen die Marktposition weiter gestärkt werden, während sich die Nachfragesituation in Russland im ersten Halbjahr als sehr schwierig darstellte. Hier konnte allerdings im Verlauf des dritten Quartals durch Marktanteilsgewinne die Auslastung wieder deutlich verbessert werden. Im Vergleich zum Vorquartal konnte in Osteuropa im dritten Quartal wieder ein deutliches Wachstum von 26,3 Prozent festgestellt werden.

Nordamerika mit leichtem Umsatzwachstum

Positiv entwickelte sich weiter die nordamerikanische Region. Hier konnte die Pfleiderer AG im Berichtszeitraum einen um 1,2 Prozent auf 314,9 Mio. Euro gestiegenen Umsatz erwirtschaften. Das EBIT erreichte 8,9 Mio. Euro, nachdem in der Vorjahresperiode noch ein negativer Betrag in Höhe von 8,2 Mio. Euro ausgewiesen werden musste. Verantwortlich für die positive Entwicklung war vor allem der Bereich Fußbodenbeläge, der seinen Marktanteil in einem schrumpfenden Umfeld auf inzwischen über 30 Prozent ausbauen konnte. Rückläufig entwickelte sich dagegen der Bereich Platten. Hier verzeichnete der Markt einen Rückgang um 25 Prozent, der Absatz der Pfleiderer AG nahm dagegen lediglich um 18 Prozent ab. In der Region sind erste Anzeichen für eine langsame Erholung am Immobilienmarkt sichtbar.

Pfleiderer mit deutlich gedrosseltem Investitionsvolumen

Die Investitionen inklusive geleisteter Anzahlungen sanken in den ersten neun Monaten 2009 gegenüber der Vorjahresperiode um 37,5% auf 86,1 Mio. Euro. Davon entfielen 14,3 Mio. Euro auf die Region Westeuropa. In Nordamerika wurden 52,7 Mio. Euro investiert, wovon der Großteil den Aufbau des MDF-Werks in Moncure betraf. In Osteuropa waren die Investitionen in Höhe von 18,4 Mio. Euro stark von den Ausgaben für den Aufbau des MDF-Werks in Novgorod/Russland beeinflusst.

Im Berichtszeitraum flossen aus laufender Geschäftstätigkeit 26,3 Mio. Euro ab, in der Vorjahresperiode flossen dem Unternehmen dagegen 142,9 Mio. Euro zu. Für diese Entwicklung waren unter anderem das um 68,1 Mio. Euro niedrigere EBIT sowie die Veränderung kurzfristiger Passiva (ohne Finanzschulden) um 113,0 Mio. Euro verantwortlich. Letztere beinhalten insbesondere einen Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 50,9 Mio. Euro sowie den Rückgang von Inkassoverbindlichkeiten aus Factoring um 34,5 Mio. Euro. Das Eigenkapital nahm um 3,6% auf 685,0 Mio. Euro ab, die Eigenkapitalquote beläuft sich damit zum 30. September 2009 auf 34,7%. Gegenüber dem Jahresende 2008 erhöhte sich die Nettoverschuldung des Konzerns von 635,5 Mio. Euro auf 821,5 Mio. Euro, wodurch sich das Verhältnis von Nettoverschuldung zu Eigenkapital (Gearing) auf 119,9% stellte.

FĂĽr das letzte, das vierte Quartal 2009, geht die Pfleiderer AG davon aus, dass der Umsatz noch einmal leicht im Vergleich zum dritten Quartal gesteigert werden kann. FĂĽr das Gesamtjahr erwartet das Unternehmen einen Umsatz von rund 1,4 Mrd. Euro.

Bankengespräche weit fortgeschritten

Im Rahmen der Gespräche mit den kreditgebenden Banken zur Finanzierung der Pfleiderer AG konnten die Verhandlungspartner über wesentliche Eckpunkte eine Einigung erzielen. Mit Ausnahme nur weniger Kreditinstitute, mit denen noch Details und verbleibende Punkte geklärt werden müssen, haben die Finanzierungspartner den Verhandlungsergebnissen zugestimmt. Das Unternehmen geht davon aus, dass in den nächsten Tagen die Verhandlungen auch der letzten offenen Punkte erfolgreich abgeschlossen werden können. Anschließend werden die ausgehandelten Ergebnisse in Vertragsergänzungen eingearbeitet. Über den Abschluss der Finanzierung wird die Pfleiderer AG umgehend informieren.

Den Quartalsbericht der Pfleiderer AG und weitere Informationen zum Unternehmen finden Sie auf der Website des Konzerns: www.pfleiderer.com

Konzern-Kennzahlen Pfleiderer AG zum 30. September 2009

(nach IFRS)

in Mio. € 01.01.–30.09.09 01.01.–30.09.08 01.07.-30.09.2009 01.07.-30.09.2008
Umsatz 1.039,7 1.353,3 347,3 436,4
* Auslandsanteil (in Prozent) 72,1 72,0 73,2 72,1
EBITDA 105,5 179,7 26,4 60,2
* EBITDA-Marge (in Prozent) 10,2 13,3 7,6 13,8
EBIT 19,4 87,4 -3,2 32,6
EBT der fortzuführenden Aktivitäten -17,8 51,0 -14,1 28,1
Periodenergebnis -13,9 32,6 -17,6 16,3
Ergebnisanteil Pfleiderer-Aktionäre -24,6 16,5 -21,8 11,2
Ergebnis je Aktie - (unverwässert) in Euro -0,49 0,32 -0,43 0,22
Ergebnis je Aktie - (verwässert) in Euro -0,49 0,32 -0,43 0,22
Mitarbeiter 5.636 5.926 5.636 5.926
* Inland 2.470 2.588 2.470 2.588
* Ausland 3.166 3.338 3.166 3.338
Durchschnittliche Anzahl im Umlauf befindlicher Aktien - unverwässert 50.682.642 50.814.054 50.682.642 50.814.054
in Mio. € 30.09.09 31.12.08 Veränderung in %
Bilanzsumme 1.971,9 1.887,5 4,5
Eigenkapital 685,0 710,9 -3,6
Eigenkapitalquote (in Prozent) 34,7 37,7 -8,0
Nettoverschuldung 821,5 635,5 29,3

Ansprechpartner:

PFLEIDERER AG, Neumarkt
Fabian Schiffer
Leiter Corporate Communications
Tel.: + 49 (0)9181 / 28 - 8491
Fax: + 49 (0)9181 / 28 - 606
E-Mail: fabian.schiffer@pfleiderer.com

Lothar Sindel
Leiter Investor Relations
Tel.: + 49 (0)9181 / 28 - 8044
Fax: + 49 (0)9181 / 28 - 606
E-Mail: lothar.sindel@pfleiderer.com

ZurĂĽck