Pfleiderer steigert in 2007 erneut Umsatz und Ergebnis deutlich

Neumarkt, 3. April 2008 – Das Geschäftsjahr 2007 war für die Pfleiderer AG (ISIN DE0006764749) trotz schwieriger Rahmenbedingungen das erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte. So wurde der Konzernumsatz um 27 % auf 1.801 Mio. € gesteigert. Das EBITDA – Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen – kletterte um 20 % auf 248,7 Mio. €. Die Profitabilität war mit einer EBITDA-Marge von 13,8 % weiterhin hoch, obwohl insbesondere mit der Pergo Integration und mit Restrukturierungen Einmalbelastungen von 21,6 Mio. € zu verkraften waren. Trotz des sich eintrübenden Konjunkturumfeldes soll der Konzernumsatz auf 2 Mrd. Euro steigen, bei einer angestrebten EBITDA-Marge von 15 %.

„Nachdem wir 2007 trotz aller Widrigkeiten rund um unser Nordamerikageschäft eine sehr respektable Umsatz- und Ergebnissteigerung erzielt haben, stehen die Zeichen bei Pfleiderer auch für 2008 auf profitablem Wachstum. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, um trotz der sich eintrübenden konjunkturellen Lage in 2008 in allen Segmenten weiter wachsen zu können“, so der Vorstandsvorsitzende der Pfleiderer AG, Hans H. Overdiek.

Guter Track Record bei Umsatz und Ergebnis seit 2004

Rückblickend auf die letzten vier Jahre weist Pfleiderer ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 33 % pro Jahr aus. Die gesteigerte Profitabilität spiegelt sich in einem überdurchschnittlichen Ergebniswachstum von 48 % pro Jahr wider. Dabei wurden neben einem signifikanten organischen Wachstum auch die Übernahmen von Kunz und Pergo gestemmt. Damit ist Pfleiderer zu den Top 3 Anbietern in der Holzverarbeitungsbranche aufgestiegen und hat die Konsolidierung der Branche aktiv vorangetrieben, ohne dabei den Fokus auf eine solide Bilanzstruktur und ein gutes operatives Geschäft mit nachhaltig hohem Cashflow aus den Augen zu verlieren.

2007 wurde die Basis für weiteres profitables Wachstum gelegt

Im Geschäftsjahr 2007 hat Pfleiderer die Basis für weiteres profitables Wachstum gelegt. Das organische Wachstum lag bei 11 %, die Portfolioerweiterung durch die Pergo-Akquisition brachte einen zusätzlichen Umsatzschub um 16 %. Der Konzernumsatz wäre sogar noch höher ausgefallen, wenn keine negativen Währungseffekte angefallen wären. Trotz zum Teil massiver Preissteigerungen auf der Rohstoff- und Energieseite wurde die Profitabilität weiter erhöht. So wurde die Bruttomarge von 26,8 % auf 27,3 % verbessert, die Personalkostenquote schrumpfte von 16,9 % auf 14,8 %. Beides trug zur guten Entwicklung des EBITDA bei, das mit 248,7 Mio. € am oberen Ende der selbst gesteckten Spanne von 240 bis 250 Mio. € lag.

Aufgrund der Akquisitionen erhöhten sich die Abschreibungen von 75,2 Mio. € auf 111,9 Mio. €, sodass das EBIT lediglich um rund 3 % auf 136,8 (133,0) Mio. € zulegte. Die Pergo Transaktion führte zu einem Finanzergebnis von -46,0 Mio € nach -40,3 Mio. € im Vorjahr. Entsprechend nahm der Vorsteuergewinn für die fortzuführenden Aktivitäten auf 90,6 (92,4) Mio. € ab. Dank einer deutlich auf 12 % gesunkenen Steuerquote legte der Nachsteuergewinn um 19 % auf 79,7 Mio. € zu. Bei einer auf 52,3 Mio. gestiegenen Aktienzahl (Vorjahr: 50,3 Mio. Aktien) blieb das Ergebnis je Aktie mit 1,00 € unverändert.

Hohe Finanzkraft für weitere Expansion vorhanden

Pfleiderer verfügt über eine solide Bilanzstruktur. Dies zeigt sich in einer Eigenkapitalquote von 41,7 % (Vorjahr 39,5%) und einem mit 0,8 kaum veränderten Verschuldungsgrad. Zudem hat das Unternehmen bisher nicht ausgenutzte Bankkreditlinien von rund 1,3 Mrd. € und damit ausreichend Spielraum, um Chancen zur Erweiterung des Unternehmensportfolios gezielt zu nutzen. Notwendige Investitionen zur Erweiterung und dem Erhalt des operativen Geschäfts in Höhe von 183 Mio. € wurden in 2007 durch den stark gestiegenen Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von 198 (111) Mio. € abgedeckt. Im Berichtsjahr investierte Pfleiderer für Akquisitionen insgesamt 392 Mio. € (davon 306 Mio. € für Pergo und 86 Mio. € für Prospan in Polen). Einher ging eine Erhöhung der Nettoverschuldung auf 618,2 (Vorjahr 414,6 Mio. €) Mio. €.

Region Westeuropa mit Rekordrendite

Die Region Westeuropa konnte in 2007 die EBITDA-Marge von 13,3 % auf 16,3 % verbessern. Hierin zeigt sich zum einen die gute Nachfrage nach margenstarken Produkten, zum anderen die verstärkte Kosteneffizienz an allen Standorten. Ohne die rationalisierungsbedingten Einmalaufwendungen in Höhe von 7,1 Mio. € wäre dieser Wert sogar noch besser ausgefallen. Insgesamt wies das Segment Westeuropa ein um 55 % auf über 160,7 Mio. € gestiegenes EBITDA aus. Der Segmentumsatz stieg in 2007 kräftig um 26 % auf 986,7 Mio. €. Zu dieser Entwicklung trugen sowohl das organische Wachstum als auch die Erstkonsolidierung der europäischen Pergo Aktivitäten in gleichem Umfang bei.

Region Osteuropa übertrifft Branchenwachstum deutlich

Wie attraktiv die Investitionen in die Region Osteuropa waren, zeigt sich in den Wachstumsraten des Jahres 2007. Diese beliefen sich beim Umsatz mit plus 31 % (auf 393 Mio. €) auf den annähernd vierfachen Wert des dortigen Branchenwachstums von 8 %. Der Erfolg basierte auf einem starken organischen Wachstum, der Inbetriebnahme neuer Kapazitäten und dem Kauf der restlichen Anteile an Prospan. Trotz der in 2007 realisierten Anlaufkosten in den neuen Werken in Polen und Russland sprang das EBITDA des Segments um 37 % auf 77,6 (56,5) Mio. €. Die EBITDA-Marge nahm von 18,8 % auf 19,7 % zu.

Hausaufgaben in Nordamerika gemacht

Das Nordamerikageschäft litt in 2007 deutlich unter den schwierigen Rahmenbedingungen ausgelöst durch die Subprime-Krise. Zudem belastete der schwache US-Dollar den Export aus Kanada in die USA. Dennoch konnte Pfleiderer aufgrund der Pergo Übernahme und dem Ausscheiden von Wettbewerbern Marktanteile hinzugewinnen. Das Unternehmen hat in 2007 seine Hausaufgaben gemacht und die notwendigen Schritte umgesetzt, um in Nordamerika auch 2008 weiter wachsen zu können. Über die Festigung der strategischen Position hinaus ergeben sich durch die Pergo Integration Synergien, die zu Einsparungen von 30 Mio. € führen werden. Die in diesem Zusammenhang notwendige Restrukturierung erforderte 2007 Einmalaufwendungen von 14,5 Mio. €. Hinzu kamen die Auswirkungen aus dem schwachen Marktumfeld, das insbesondere den Absatz im Bereich Flooring beeinträchtigte. Unter dem Strich wies das Segment daher ein EBITDA von 16,6 Mio. € aus im Vergleich zu 52,5 Mio. € im Vorjahr. Der Umsatz legte von 349,6 Mio. € auf 443,0 Mio. € zu.

Zuversicht trotz Konjunktureintrübung für 2008

Für das Geschäftsjahr 2008 ist Pfleiderer trotz der Eintrübung der konjunkturellen Rahmenbedingungen zuversichtlich. So soll der Konzernumsatz aufgrund positiver Entwicklungen in den Regionen gegenüber 2007 weiter steigen. Der Konzern rechnet mit einem leichten Top-Line-Wachstum in Europa aufgrund der anhaltend guten Verfassung der Holzwerkstoff-Märkte und der Einführung von Produktinnovationen. Die ganzjährige Konsolidierung der Werke in Polen (Grajewo) und Russland (Novgorod) und der dortige Ausbau der Kapazitäten werden sich im Geschäftsjahr 2008 positiv auf die Ertragskraft auswirken.

Der Konzern rechnet im Zuge der Marktkonsolidierung zudem mit weiteren deutlichen Marktanteilsgewinnen in Nordamerika. Dies wird sich dank signifikant gestiegener Auftragseingänge bereits im 1. Quartal in einem Umsatzanstieg in Nordamerika niederschlagen. Generell bleibt der Markt in Nordamerika jedoch angesichts der konjunkturellen Unwägbarkeiten und der Schwäche des US-Dollars auch in 2008 schwierig.

Trotz des global schwierigen Umfelds rechnet Pfleiderer für 2008 mit einem Anstieg im EBITDA. Ziel ist eine EBITDA-Marge von 15% für die Gruppe. Zu dieser Aufwärtsentwicklung sollen neben dem Umsatzwachstum insbesondere die in allen Bereichen verbesserte Kostenbasis beitragen. Der Konzern rechnet mit Margenverbesserungen in Westeuropa durch das Rationalisierungsprogramm „Future BC West“. Pfleiderer erwartet zudem Synergieeffekte aus den bereits umgesetzten Rationalisierungsmaßnahmen in Nordamerika von rund 30 Mio. €. Auch im osteuropäischen Raum soll die Kostenbasis um 15 Mio. € verbessert werden.

Der Konzern rechnet damit, die Belastungen aus Rohstoff- und Energiepreiserhöhungen im Wesentlichen weitergeben zu können. Für Osteuropa ist, angesichts einer Verlangsamung des Wachstums in Polen bei gleichzeitig gestiegenen Kapazitäten im Markt und einer Aufwertung des Zloty zu Beginn des Jahres, mit einer temporär moderaten Margenentwicklung zu rechnen. Das starke Wachstum in Russland wird diese Entwicklung jedoch in Teilen kompensieren.

Die geplanten Investitionen von rund 200 Mio. € werden 2008 aus dem Cashflow finanziert werden. Pfleiderer ist weiteren Akquisitionen zur Abrundung des Portfolios gegenüber offen, wird diese aber von einer gefestigten Ertragslage im Unternehmen abhängig machen.

Kennzahlen zum Geschäftsjahr 2007 im Überblick

(nach IFRS)

in Mio. Euro 01.01.–31.12.07 01.01.–31.12.06 Veränderung in %
Umsatz 1.801,1 1.415,3 +27,3
*davon Westeuropa 986,7 781,5 +26,3
*davon Osteuropa 393,3 300,3 31,0
*davon Nordamerika 443,0 349,6 +26,7
Bruttomarge (in %) 27,3 26,8 -
EBITDA 248,7 208,1 +19,5
*davon Westeuropa 160,7 103,6 +55,1
*davon Osteuropa 77,6 56,5 37,3
*davon Nordamerika 16,6 52,5 -68,4
Umsatzrendite (in %) 13,8 14,7 -
EBIT 136,8 133,0 +2,9
EBT der fortzuführenden Aktivitäten 90,6 92,4 -1,9
Periodenergebnis 84,6 101,0 -16,2 %
Ergebnis der fortzuführenden Aktivitäten je Aktie (unverwässert in Euro) 1,00 1,00 +0
in Mio. Euro 31.12.07 31.12.06
Bilanzsumme 1.921,3 1.372,7
Eigenkapital 801,0 542,3
Eigenkapitalquote (in %) 41,7 39,5
Nettoverschuldung 618,2 414,6
Investitionen 182,6 110,4
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 198,0 111,4
—- —- —-
Anzahl Mitarbeiter fortzuführender Aktivitäten ohne Auszubildende 5.849 5.207
*davon Inland 2.545 2.567
*davon Ausland 3.304 2.640

Für weitere Informationen:

PFLEIDERER AG, Neumarkt
Gala Conrad
Leiterin Unternehmenskommunikation/Investor Relations
Tel.: + 49 (0)9181 / 28 - 8491
Fax: + 49 (0)9181 / 28 - 606
E-Mail: gala.conrad@pfleiderer.com

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