Glossar

Technische Begriffe

DBS – Direktbeschichtete Spanplatte
Oberflächenveredelte Spanplatte, die mit einem Melaminfilm (mit Melamin­harzen getränktes Dekorpapier) beschichtet wird. Unter Druck und Hitze verbindet sich der Melaminfilm in einer Kurztaktpresse direkt mit der Spanplatte und ergibt so eine belastbare Kunststoffoberfläche.
HDF – Hochdichte Faserplatte
Holzwerkstoffplatte, die aus mit Leim getränkten und unter Druck und Hitze verpressten Holzfasern besteht und besonders hoch verdichtet wurde. Bevorzugter Einsatz als Trägermaterial für hohe Belastung bei geringer Materialstärke (z.B. Laminatfußboden).
HPL – Hochdruckschichtstoffe (High Pressure Laminate)
Hochdruckschichtstoffe bestehen aus mehreren Schichten Kern- und Dekor­papier, die mit Phenol- bzw. Melamin­harzen imprägniert und unter Wärmeeinwirkung miteinander verpresst werden. Dieses Oberflächenmaterial ist extrem belastbar und wird bevorzugt für hoch beanspruchte Flächen im Möbel- und Innenausbau eingesetzt (z.B. Küchen­arbeitsplatten).
Integrierte Trittschalldämmung
Auf die Rückseite von Laminatboden­paneelen aufkaschierte Schicht aus Dämmmaterial wie z.B. Kork, die den Tritt- und Raumschall deutlich reduziert.
KWK-Anlage
Kraft-Wärme-Kopplungsanlage – de­zentrale Anlage zur Energieerzeugung, die bei Pfleiderer zur Versorgung ins­besondere der Holzwerkstoffproduktion mit Strom und Prozesswärme dient.
Laminat
Bodenbelag aus mehreren Schichten. Die Trägerplatte besteht aus einem druckfesten Holzwerkstoff – einer MDF-, HDF- oder Spanplatte. Die Oberfläche ist mit abriebfestem Melaminharz beschichtet und schützt das darunter liegende, mit einer Holz- oder Stein­reproduktion bedruckte Dekorpapier.
MDF – Mitteldichte Faserplatte
Holzwerkstoffplatte, die aus mit Leim getränkten sowie unter Druck und Hitze verpressten Holzfasern besteht. Der homogene Werkstoff besitzt eine durchgängige Struktur und eine sehr ruhige Oberfläche. Bevorzugter Einsatz bei dreidimensional gestalteten Möbelfronten sowie bei lackierten oder Hochglanzoberflächen.
MFP – Multi-Funktionsplatte
Ein Holzwerkstoffprodukt mit Deck- und Mittelschichten aus durchgängig langen und schlanken Spänen, die ungerichtet gestreut sind. Durch seine hohen Festigkeitswerte in Längs- und Querrichtung besonders als konstruktiver Werkstoff für den Messe- und Innenausbau geeignet.
OSB – Oriented Strand Board
Holzwerkstoffplatte aus verleimten, großflächigen Langspänen (Strands), die gerichtet gestreut werden. Durch seine besonders hohe Biegesteifigkeit ist der Werkstoff vor allem für konstruktive Zwecke geeignet.
Overlay
Transparenter Melaminfilm, der bei Schichtstoffen einen zusätzlichen Schutz der Druckdekore vor Beschädigung und Abrieb gewährleistet.
Postforming Elemente
Mit HPL belegte Span- oder MDF-Platte, bei der die Beschichtung nahtlos in einem definierten Radius um die Kanten herumgezogen ist. Dazu wird die HPL-Platte erwärmt und mechanisch verformt.
Spanplatten
Spanplatten werden hergestellt, indem Holzspäne und/oder kleine Teile anderer holzartiger Materialien (Flachs-, Hanfschäben) mit Kunstharzklebstoff unter Zuführung von Wärme verpresst werden.
Trägerwerkstoffe
Holzwerkstoffe, die als Träger von dekorativem Oberflächenmaterial (HPL, DBS) fungieren.

Wirtschaftliche Begriffe

Capital Employed
Das gesamte im Unternehmen eingesetzte Kapital – Anlagevermögen plus Umlaufvermögen abzüglich Rückstel­lungen (ohne Pensionsrückstellungen) sowie Verbindlichkeiten (ohne Finanz­verbindlichkeiten).
Cashflow
In der Bilanz-, Unternehmens- und Aktienanalyse verwendete Kennzahl zur Beurteilung der Finanz- und Ertragskraft eines Unternehmens. Der Cashflow (Umsatz- oder Finanzüberschuss) bezeichnet den Zugang an liquiden Mitteln eines Unternehmens aus dem Umsatzprozess und anderen Quellen innerhalb eines bestimmten Zeitraums.
CTA – Contractual Trust Arrangement
Zur externen Finanzierung von Pensionsverpflichtungen wird Betriebsvermögen im Rahmen eines Contractual Trust ­Arrangement (CTA) auf einen Vermögens­treuhänder ausgelagert. Die Konstruk­tion eines CTA folgt dem Modell eines angloamerikanischen Pension Trust unter Berücksichtigung steuer- und arbeitsrechtlicher Vorschriften.
Derivative Finanzinstrumente
Derivative Finanzinstrumente werden eingesetzt, um Zins- bzw. Währungspositionen gegen durch Wechselkurs- bzw. Marktzinsschwankungen bedingte Risiken abzusichern bzw. um diese Risiken zu minimieren, z.B. Swaps, Optionen und Futures (Termingeschäfte).
EBIT
Earnings before Interest and Income Taxes – Gewinn vor Zinsen und Ertragsteuern.
EBITDA
Earnings before Interest, Income Taxes, Depreciation and Amortisation – Gewinn vor Zinsen, Ertragsteuern und Abschreibungen. Das EBITDA bezeichnet die Gewinnmarge eines Unternehmens und ist maßgeblich für die Bewertung seiner Ertragskraft.
EBT
Earnings before Income Taxes – Gewinn vor Ertragsteuern.
EPS
Earnings per Share – Gewinn je Aktie; Konzernergebnis dividiert durch die durchschnittliche Anzahl der Aktien.
IFRS – International Financial
Reporting Standards Internationale Rechnungslegungsregeln, die weltweit eine vergleichbare Bilan­zie­rung und Publizität sicherstellen sollen. Seit 2005 sind alle kapitalmarktorientier­ten Mutterunternehmen mit einer Notierung an einem geregelten Markt in einem EU-Mitgliedsstaat verpflichtet, ihren Konzernabschluss nach IFRS zu erstellen. Die Pfleiderer AG hat ihre Jahres­­ab­schlüsse 2003 und 2004 noch nach US-GAAP (United States Generally Accepted Accounting Principles) erstellt und berichtet seit dem Jahresabschluss 2005 nach IFRS.
Impairment Test
Werthaltigkeitsprüfung der immateriellen Firmenwerte auf Basis der angenommenen Cashflows der nächsten Jahre.
Long-term Incentive Program
Langfristig ausgerichtetes Motivationsprogramm zur Mitarbeiterbindung, bestehend unter anderem aus Beteiligungsmodellen am Unternehmenserfolg.
Nicht fortzuführende Aktivitäten
Gemäß IFRS werden Unternehmens­bereiche, die zum Verkauf oder zur Ausgliederung vorgesehen sind, in der Gewinn- und Verlustrechnung und in der Bilanz als nicht fortzuführende Aktivitäten (Discontinued Operations) ausgewiesen.
ROCE
Return on Capital Employed – Rendite auf das eingesetzte Kapital.
Stock-Option-Programm
Entlohnungsform, bei der an das Management und an die Belegschaft Bezugsrechte ausgegeben werden, die das Recht einräumen, bei Erreichen bestimmter Ziele Aktien des eigenen Unternehmens zu bestimmten Konditionen zu erwerben.